Märchenhafte Kräuter

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In Fortsetzung unserer märchenhaften Kräuterwanderung hatten sich nun einige Mutige am Samstag den 14. November aufgemacht, die Heilwirkung einiger ausgesuchter Kräuter unter der fachkundigen Beratung der „Kräuterhexe“ Katja Pietsch zu erfahren. Nachfolgend findet ihr auch die entsprechenden Rezepturen mit der Bitte die jeweiligen Warnungen sorgfältig zu beachten.

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Salbei-Tinktur

Herstellung:

Eine Handvoll Salbeiblätter sammeln, waschen und trocknen. Je weniger Wasser in die Tinktur kommt, umso reiner wird sie und umso länger hält sie.

Die Blätter werden nun klein geschnitten und in ein sauberes Glas gefüllt. Der Alkohol (Korn, Klarer oder Vodka) hinzugeben. Die Blätter müssen vom Alkohol bedeckt sein.

Daraus entsteht dann der Kaltauszug (das Mazerat):

Die Tinktur 3 Wochen an einem sonnigen und warmen Ort stehen lassen. Danach abseihen und in einem sauberen Gefäß kühl und dunkel lagern.

Unter besten Voraussetzungen ist diese Tinktur 1 Jahr haltbar.

Wirkung:

Salbeitinktur hält die Schleimhäute feucht, wirkt desinfizierend und löst den Husten. Sie hilft bei Halsschmerzen und Halsentzündungen.

Anwendung:

Ein Teelöffel Tinktur in warmes Wasser gegeben und damit gegurgelt hilft bei hartnäckigen Husten und trockenen Schleimhäuten und führt zu einer wieder klaren und starken Stimme.

Warnung:

Die Tinktur NICHT trinken. Sie ist ausschließlich zum Gurgeln da und danach wird sie wieder dem Wasserkreislauf übergeben.

 

Beinwellsalbe

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Herstellung:

100 g Beinwellwurzeln
100 ml gutes Öl
2 g Kakaobutter-Pastillen
10 g Bienenwachs-Pastillen

Die Beinwellwurzel waschen und von der Erde befreien. Dabei die schwarze Haut möglichst dran lassen, da in dieser die meisten Wirkstoffe enthalten sind. Abtrocknen und in ca. 1 cm große Stücke schneiden. Diese im Öl 20-30 Minuten sieden und so ausziehen lassen. Die Wurzelstöcke abseihen und das Öl in eine Schüssel heiß halten und die Kakaobutter-Pastillen, sowie die Bienenwachs-Pastillen hinzufügen und einige Zeit rühren, bis ein homogenes Gemisch entsteht. Da Öle sich ungern mischen ist eine längere Rührzeit ratsam, da sonst die Öle sich voneinander trennen können und man keine Salbe erhält. Noch heiß in saubere, verschließbare Gefäße füllen und abkühlen lassen. Dunkel und im Kühlschrank bis zu einem Jahr haltbar.

Wirkung:

Beinwell wirkt entzündungshemmend und wundheilend (vor allem durch das enthaltene Allantoin) bei Verletzungen der Hautoberfläche, des Bindegewebes und der Blutgewebe (Kratzer, Blaue Flecken, Venenverhärtungen), entspannend bei Muskelverspannungen. Beinwelk wurde als Knochenheilmittel bei Knochenbrüchen, Verstauchungen und Prellungen angewandt. Wirkt zudem schmerzlindernd bei z.B. leichten Verbrennungen (Brennnessel, Sonnenbrand)

Anwendung:

Bei leichten oberflächigen Verletzungen die Salbe auftragen und den Bereich ruhen lassen. Bei Prellungen u.a. 2 x pro Tag die Salbe auftragen und eine Folie darüber legen, damit die Salbe nicht in den Stoff aufgesogen wird, sondern auf der Haut bleibt.

Warnung:

Die Salbe nur äußerlich anwenden, da die Ätherischen Öle und Inhaltsstoffe in der Wurzel in größter Menge vorliegen und damit nicht zum Verzehr geeignet sind. Zudem muß auch auf die Pyrrolizidinalkoide hingewiesen werden. In den 80ern gab es den Wusch die Nutzung von Heilkräutern für Anwender sicherer zu machen. Man fand heraus, dass ein paar der Pyrrolizidinalkoide leberschädigend sind. Daraufhin wurden alle Pflanzen, die diese Stoffe beinhalten als giftig angesehen. Doch nur einige dieser Alkaloide wirken sich leberschädigend aus.

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